
Neulich hatte ich so einen Budni Suche/Biete-Zettel am Auto. Da stand in einer braven, ordentlichen Mädchenhandschrift „Selbstsucht“ drauf.
WOW dachte ich … was will mir der Überbringer dieser Botschaft damit sagen?
Nach ein bisschen nachdenken, dachte ich mir, es gibt sicherlich Menschen, die meinen könnten ich sei „Selbstsüchtig“ oder egoistisch. Ich weiss so langsam ziemlich genau, was mir wichtig ist und was nicht, ich verbringe gern auch Zeit allein, lege kaum Wert auf Socializing, Status bedeutet mir nichts, mein Sohn ist der Mensch mit dem ich am liebsten Zeit verbringe und der Priorität vor allem hat. Ich habe kaum noch Familie und lebe wahrscheinlich von aussen betrachtet auf etwas zu viel Raum und bin in dem was ich tue relativ straight. Blablabla … also ich glaube, es gäbe Verhaltensweisen, die könnte man mir negativ auslegen, wenn man die Hintergründe nicht kennt.
Als nächstes dachte ich mir, wie der Mensch, der den Zettel an mein Auto gehängt hat, eigentlich selber drauf sein muss. Ich gehe mal davon aus, dass sie/er nichts von mir weiss und wenn, dann in jedem Fall nicht aus erster Hand. Wie viel Hass muss jemand haben und wie viel Hochmut, zu meinen jemandem so eine Botschaft mitgeben zu müssen. Ich hatte ja noch nicht einmal jemanden zugeparkt, bedroht oder erpresst 😉
Natürlich kann es auch sein, dass der Zettel eigentlich gar nicht für mich war, sondern einfach weitergegeben wurde.
Was auch immer der Grund war, eines der wichtigsten Dinge und schönsten Dinge, die ich in meinem Leben gelernt habe ist es, Menschen nicht zu schnell zu verurteilen, denn man weiss nie, welche Kämpfe sie ausstehen oder in ihrem Leben schon ausgestanden haben. Das gilt in diesem Fall für den Botschafter und auch für mich.
In jedem Fall, vielen Dank für die Botschaft. Sie hat mich zum Nachdenken und zum Schreiben dieses Beitrags angeregt.
